„Wettbewerb Erweiterung des Bundesgymnasiums Gallusstrasse in Bregenz“

Aufgabenstellung

Aufgabe war es, das bestehende Schulgebäude durch einen Neubau um 19 Klassen plus Spezialunterrichtsräume samt Nebenräumen und der entsprechenden Infrastruktur zu erweitern. Insgesamt 3100 m² Nettogrundfläche. Die Situierung des Bauvolumens und der neuen Sport- und Außenflächen musste unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Bereiche Altbau und Thurn- und Taxis Park erfolgen.

Städtebau und Lage im Schulgelände

Der dreigeschossige Schul-Neubau Außenfläche und bildet zusammen mit dem bestehenden Schulbau einen neuen hofartigen Außenraum für die Sport- und Pausenflächen im Nord-Osten des Grundstücks.
Durch die Anordnung beider Gebäude, Altbau und Neubau, entstehen neue zusammenhängende, erlebbare Freiräume.
Der Baukörper wird im OG zurück gezogen, dadurch wird das Gebäudevolumen nicht als dreigeschossige Baukörper wahrgenommen, sondern fügt sich in seiner Höhenentwicklung dezent in die bestehende und historische Bausubstanz ein.

Baukörper und Funktion

Die klare Gliederung des Baukörpers lässt die Funktionen im Inneren leicht erkennen.
Der Neubau orientiert sich sowohl zur Parkseite als auch zum Innenhof.
Die Einschnitte (Patio) sowie die durchgängigen Öffnungen im Erdgeschoss verbinden die Parkseite mit der Innenhofseite und schaffen so einen fließenden Übergang zwischen Natur und Schulraum.
Der geschützte Baumbestand und Großteil der Pflanzungen bleiben erhalten und werden über die Patio- Bereiche in den Baukörper integriert.
Die großen, raumhohen Verglasungen, die zum Parkbereich hin öffenbar sind, verbinden Außenbereich und Innenbereich und machen diese zusammen nutzbar.

Die Klassenzimmer sind sowohl zur Hofseite als auch Parkseite orientiert, jeweils 4 Klassenzimmer bilden eine erlebbare Einheit mit jeweils einem zwischenliegenden Gemeinschaftsbereich, der multifunktional nutzbar ist und über die Patio-Einschnitte belichtet wird.
Diese Flächen bieten die Möglichkeit des Lernens außerhalb der Klassenzimmer, des „sich Zurückziehens“, jedoch ohne sich abzugrenzen, der Kommunikation und der Entspannung.
Elemente wie Wasser und Stein werden in Form von sog. Wasserwänden in diese Zonen eingebracht, um sowohl ein angenehmes Raumklima zu schaffen, als auch eine entspannende Atmosphäre zu schaffen.
In beiden Obergeschossen ist jeweils eine große, zentrale Gemeinschaftsfläche vorgesehen, die sich im 1. Obergeschoss über einen Dachgarten in den Außenbereich fortsetzt.
Diese Gemeinschaftsflächen bieten vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für alle Schüler außerhalb der Vierergruppen.

Gebäudetechnik und Energiekonzept

Die Fassade hat die zentrale Aufgabe, den Energiebedarf zu optimieren:

Im Sommer nur den Anteil der Solarenergie nutzen, der für die Beleuchtung benötigt wird.
Im Winter möglichst viel Energie blendfrei in das Gebäude einlassen.

Die Kastenfenster mit integrierter Lamelle für die Tageslichtnutzung erfüllen das in hohem Masse. Die effiziente Retroreflexion sorgt für eine blendfreie Funktion innerhalb und außerhalb des Gebäudes, die diffuse Strahlung wird durchgelassen. Die Brüstung kann je nach Bedarf mit Solarsystemen, thermisch oder elektrisch, ergänzt werden. Die Energie wird über die Verteilerleitungen, für die dezentralen Lüftungssysteme, direkt ins Gebäudenetz eingespeist werden.

Energiebereitstellung

Die Heizungs- und Kälteversorgung erfolgt aus Geothermie (Grundwasser, Erdsonden, Erdregister). Die Erdsonden dienen der Energiespeicherung und als Wärmetauscher zum umgebenden Erdreich.

Energieverteilung

Für die Energiebereitstellung ist ein Kreislaufverbundsystem (KVS) für Wärme und Kälte für eine direkte Kühlung über Erdsonden/Grundwasser vorgesehen. Für hohe lokale Heiz- und Kühllasten sind dezentrale Wärmepumpen eingeplant und auch später vor Ort einfach nachrüstbar.

Energieeinbringung

Diese erfolgt mit möglichst kleinen Temperaturdifferenzen zu den Zieltemperaturen. Das ist mit Flächensystemen oder Umluftgeräten realisierbar. Die Schul- und Büroräume werden durch die fassadenorientierten Lüftungsgeräte beheizt, gekühlt und mit Außenluft versorgt. Durch die Wärmerückgewinnung erfolgt auch ein Feuchteaustausch. Die Entfeuchtung ist durch die Kühler, die Befeuchtung durch Ultraschallbefeuchter in den Geräten möglich. Somit ist das Raumklima in Temperatur und Feuchte regelbar.

Ein ganz besonderer Dank für die enge und professionelle Zusammenarbeit gilt Herrn Siegfried Delzer, Delzer Kybernetik GmbH Lörrach (Energiekonzept) und Herrn Andreas Barbisch, Ingenieurbüro für Bau- und Tragwerksplanung GmbH Schopfheim.